
Eine Sonderstellung unter den 19 Gebäuden des Areals nimmt das Haus Huth, Alte Potsdamer Str. 5, ein. Es ist das einzige historische Gebäude. 1912 errichteten die Architekten Conrad Heidenreich und Paul Michel für den Weinhändler Willy Huth das gleichnamige Gebäude, das zum Bestandteil der legendären 20er Jahre am Potsdamer Platz wurde. Im Restaurant Huth waren über Jahrzehnte die unterschiedlichsten Persönlichkeiten der Berliner Gesellschaft zu Gast, darunter Adolf Menzel, Ernst Sauerbruch und Konrad Adenauer. Im 2. Weltkrieg wurde es nur geringfügig beschädigt, ein Verdienst der damals noch seltenen Stahlskelett-Konstruktion.

Während der Bauarbeiten auf dem Areal wurde das Haus Huth und der bis dahin noch erhalten gebliebene Teil der Alten Potsdamer Straße mit ihrem Baumbestand aufwendig erhalten. Das Fundament und der Untergrund des Haus Huth wurden dazu mit einer 25 m tiefen Bohrpfahlwand ummantelt und so von den unmittelbar angrenzenden Baugruben getrennt. Die Bohrpfahlwand umklammerte das alte Fundament wie ein Korsett und verlängerte es bis unter die Baugrubensohle. Erst nach dem die Baugruben leer gepumpt worden waren, wurden die Bohrpfähle sichtbar. Mit einer ähnlichen Methode wurde für die unterirdische Fußgänger-Passarelle zwischen Bahnhof und Potsdamer Platz Arkaden 1998 das Haus Huth um zwei Kellergeschosse verlängert. Das 5000 Tonnen schwere Gebäude ruhte für Monate auf den eigens eingebrachten Bohrpfählen.
Heute ist das Haus Huth der Sitz der Konzernrepräsentanz der Daimler AG. In den Ausstellungsräumen im 4. Obergeschoss befindet sich die DaimlerChrysler Kunstsammlung. Die Sammlung ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen unter www.sammlung.daimler.com